Im Jahr 2004 trat der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering die „Heuschreckendebatte“ los, in welcher „anonyme Investoren“ mit Heuschreckenplagen gleichgesetzt wurden. Aus unserer Sicht eine maßlose Übertreibung, jedoch mit einem wahren Kern…

Der Begriff „Heuschrecke“ gilt im deutschen politischen Sprachgebrauch seitdem als eine abwertende Tiermetapher für Private-Equity-Gesellschaften und andere Formen der Kapitalbeteiligung wie u. a. im Public-private-partnership-Modell, mit mutmaßlich kurzfristigen oder überzogenen Renditeerwartungen, wie Hedge-Fonds oder sogenannte Geierfonds. Dabei wird unterstellt, dass Private-Equity-Gesellschaften alteingesessene profitable Unternehmen erwerben und diese mit Schulden überladen, unter denen die Firmen dann später zusammenbrechen. Personalabbau, Produktionsverlagerungen oder sogar das Filetieren der Firmen sind die Folgen.

Konkret sagte Münte in der Bildzeitung: „Wir müssen denjenigen Unternehmern, die die Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen und die Interessen ihrer Arbeitnehmer im Blick haben, helfen gegen die verantwortungslosen Heuschreckenschwärme, die im Vierteljahrestakt Erfolg messen, Substanz absaugen und Unternehmen kaputtgehen lassen, wenn sie sie abgefressen haben. Kapitalismus ist keine Sache aus dem Museum, sondern brandaktuell.“

Und weiter: „Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten – sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter. Gegen diese Form von Kapitalismus kämpfen wir.”

Wenngleich die Metapher aus unserer Sicht maßlos überzogen ist, so macht es bei der Wahl der Käufer durchaus Sinn, genauer hinzusehen. Grundsätzlich sind Strategen, also Käufer mit strategischem Interesse, nicht besser für den Kauf geeignet als Finanzinvestoren. Jedem Unternehmer sollte jedoch klar sein, worin die Unterschiede der potentiellen Käufer liegen. Aus unserer Sicht sind die folgenden Käufertypen zu unterscheiden:

Strategische Käufer: Als strategische Käufer werden Unternehmen bezeichnet, welche in der Regel aus der gleichen Branche kommen und mit dem Kauf von Unternehmen strategische Ziele und das Realisieren von Synergien verbinden. Ein Weiterverkauf der Beteiligung ist nicht geplant. Gleichwohl kann es nach der Übernahme zu Unstimmigkeiten kommen: Häufig verschwindet der Markenname, Standorte werden (auch entgegen der vor der Transaktion zugesicherten Standortgarantie) verlagert, neue Managementmethoden und Reports werden eingeführt – überhaupt ändern sich in aller Regelmäßigkeit die Prozesse. Das kann zur Folge haben, dass die Identität des übernommenen Unternehmens verlorengeht, wichtige Mitarbeiter das Unternehmen frustriert verlassen und die Wettbewerbsfähigkeit zunehmend schwindet. Hinzu kommt, dass strategische Käufer häufig träge und unerfahren bei der Transaktion selbst agieren, die Transaktion ist damit deutlich unsicherer als bei anderen Käufertypen.

Finanzinvestoren: Ganz anders agieren professionelle Finanzinvestoren. In der Regel sind diese schnell und agil in der Transaktion. Nach der Transaktion wird der Ton häufig etwas rauher, d.h. das Unternehmen wird auf Rendite getrimmt. Gleichwohl bleibt die Unabhängigkeit (d.h. der Markenname und der Standort) erhalten. Um die Transaktion zu finanzieren, nutzen Finanzinvestoren neben Eigenkapital auch Fremdkapital. Dies muss nicht schlecht sein, wobei der ein oder andere Finanzinvestor hier ein gesundes Augenmaß vermissen lässt und sich schlichtweg verzockt. Dies kann ein Unternehmen dann in eine existenzielle Krise führen.

Ein großer Nachteil ist, dass viele Finanzinvestoren keine Kenntnisse über die jeweile Branche haben, reine Excel-Akrobaten sind und das Management mit unsinnigen Vorstellungen konfrontieren. Überhaupt wissen die Gesellschafter häufig alles besser – was die Zusammenarbeit nicht unbedingt einfacher gestaltet. Besonders schwierig wird es bei inhaltlichen Diskussionen rund um Technologien und Investments – ganz häufig fehlt hier das Verständnis und die Bereitschaft, in langfristig sinnvolle Projekte zu investieren. Überhaupt sollte man wissen: Ein Finanzinvestor beteiligt sich in der Regel aufgrund der eigenen limitierten Fondlaufzeit nur auf Zeit, dass heißt ein „Weiterreichen“ des Unternehmens gehört zum Konzept. Folglich wird ein Finanzinvestor in der Regel kurzfristig agieren. Wenn man Pech hat, liegt man mit einem Partner im Bett, der einem Gebrauchtwagenhändler gleicht: Kaufen, aufhübschen (eher den Lack als die Substanz ;-) und dann schnell wieder verkaufen. Wie immer im Leben gibt es hier natürlich große Unterschiede und nicht nur Schwarz oder Weiß.

Kauf durch Manager oder Privatpersonen: Viele Unternehmer haben den Wunsch, Ihr Unternehmen an einen „echten Nachfolger“ zu veräußern. Sofern es im eigenen Unternehmen keinen geeigneten Nachfolger gibt (was selten der Fall ist), wird extern gesucht. Das Problem: Kaum ein Privatmensch kann sich eine mehrere Millionen teure Firma kaufen. Falls doch, dann mit windigen Finanzierungskonstrukten, d.h. extrem viel Schulden. Hier ist jedoch Augenmaß und Erfahrung gefragt. Die Finanzierungen von Privatpersonen sind häufig „auf Kante genäht“. Hinzu kommt, dass ein operativer Manager seltern Erfahrungen mit derart komplexen Transaktionen hat. Die Wahrscheinlichkeit einer derartigen Konstruktion ist somit sehr gering.

DRS Investment ist ein neuer Investorentypus

DRS Investment ist ein hybrider Käufertyp aus Stratege und Finanzinvestor, die die Vorteile beider Käufertypen verbindet, dabei aber die Nachteile zu vermeiden sucht:

Einerseits erwirbt DRS Investment sehr regelmäßig Unternehmen. Noch dazu konzentriert sich DRS ausschließlich auf den Kauf von Softwareunternehmen. Da wir wissen, was wir tun, ist die Transaktionssicherheit bei uns sehr hoch. Wir sind in der Lage, Ihnen nach Übermittlung erster Informationen noch am gleichen Tag ein Feedback zu geben. Die Durchführung einer Transaktion können wir – abhängig vom Verkäufer – innerhalb von 12 Wochen abschließen.

Andererseits agieren wir wie ein Stratege: Wir kaufen Unternehmen, um diese langfristig zu halten und zu entwickeln. Die Entwicklung von Mitarbeitern sowie der Erhalt von Arbeitsplätzen sind uns wichtig. Ein Verkauf ist nicht vorgesehen. Das Schöne: Da wir in Softwareunternehmen unterschiedlichster Branchen investieren und keine Synergien im operativen Geschäft realisieren wollen oder müssen, bleibt die Unabhängigkeit eines jeden Unternehmens erhalten. Der Wert entsteht aus dem Zugang zur DRS Familie: Der Austausch auf Entwicklerkonferenzen oder mit DRS Experten hilft unseren Unternehmen, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Da DRS langfristig investiert, können auch Projekte mit langfristigen Returns realisiert werden.

Verkäufer verkaufen Ihr Unternehmen nur einmal im Leben

Egal welcher Käufertypus im Einzelfall der Richtige ist: Verkäufer sollten unabhängig von der Bewertung überlegen, welcher Käufer paßt. Dies spart Nerven und führt in aller Regel auch zu besseren Ergebnissen.

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